Die freie Bühne in der Essener City – jede Woche zeigen wir erstklassige Konzerte, Theaterstücke und Shows in angenehmer und herzlicher Atmosphäre. Hier erlebst du klassisches Theater, Indie-Bands der Region, experimentelle und neue Musik, bis hin zu avantgardistischer Theaterkunst. Das Rabbit Hole ist offen für neue Formen, Kunst und Unterhaltung. Bespielt wird die Bühne vom Rabbit Hole Ensemble, dem Theaterkollektiv glassbooth und zahlreichen Künstler*innen aus Essen, dem Ruhrgebiet und der ganzen Welt. Herzlich Willkommen – im Rabbit Hole macht jede Vorstellung Spaß.
Die nächsten Vorstellungen:
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Gem Jar
Donnerstag, 17. September, 20 Uhr

2025 in Köln gegründet, bringt Gem Jar drei markante Stimmen der internationalen Improvisationsszene zusammen. Anna Größbrink (Kontrabass), Matthew Ryals (Modularsynthesizer) und Jonas Engel (Saxophon) begegnen sich in einem offenen musikalischen Dialog, in dem Klang, Geräusch und Stille gleichberechtigt nebeneinanderstehen.
Mit erweiterten Spieltechniken, präparierten Instrumenten und elektronischen Klanglandschaften entstehen dichte, überraschende Soundräume – mal fragil und konzentriert, mal roh und eruptiv. Die Musik bewegt sich jenseits stilistischer Grenzen und lebt vom spontanen Zusammenspiel, von Neugier und dem gemeinsamen Erkunden.
Die drei Musiker*innen blicken auf langjährige Konzerttätigkeit in Europa, Asien und Nordamerika zurück und verbinden ihre individuellen künstlerischen Handschriften zu einem ebenso eigenständigen wie mitreißenden Trio.
Gem Jar
Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr, Ende ca. 21:30 Uhr. Bitte buch dein Ticket über das Vorverkaufs-System.
Für Reservierungswünsche an der Abendkasse schreib uns bitte eine Mail an follow@rabbithole-theater.de
Gäste, die ihr Ticket im Vorverkauf erworben haben, erhalten bevorzugte Platzwahl.
A Feast for One / Das Ross
Freitag, 18. September, 20 Uhr

A FEAST FOR ONE
Hundert Äpfel liegen über die Straße verstreut. Stellen Sie sich vor, wie sie langsam auf das Publikum zurollen. Die Performerin betritt die Bühne und beginnt sich zu bewegen. Die Kinder fragen sich: Ist sie Schneewittchen, Eva oder eine Prinzessin? Die Erwachsenen stellen sich eine andere Frage: Was wird mit all diesen Äpfeln geschehen? Werden sie gegessen, geteilt, zerdrückt oder verschwendet?
A Feast for One entfaltet eine Auseinandersetzung mit den sozialen, emotionalen und politischen Widersprüchen rund um das Thema Nahrung. Beißend, kauend, anbietend und verweigernd durchläuft das Solo Kreisläufe von Verlangen und Zurückhaltung, Fürsorge und Überfluss. – „Knack.“ – A Feast for One versteht Nahrung als weit mehr als bloße Ernährung. Sie steht für Fürsorge, Genuss, Scham, Ausgrenzung und Macht und wirft die Frage auf, wer essen darf und wer hungrig bleibt. Die Performance reflektiert globale Ungleichheiten im Zugang zu Nahrung und lädt dazu ein, sich mit den Widersprüchen auseinanderzusetzen, die wir tagtäglich mitkonsumieren.

DAS ROSS
Das Ross ist ein Tanzsolo, das Mariane Verbecq 2024 entwickelt hat. Ausgangspunkt der Arbeit sind die Unruhen in Frankreich im Juni 2023, die nach dem Tod von Nahel Merzouk infolge von Polizeigewalt ausbrachen. Von dort aus weitet sich der Blick auf die vielen Formen von Unterdrückung, die Menschen individuell wie gesellschaftlich erfahren. Ausgrenzung kann jede und jeden treffen – aufgrund des Geschlechts, der eigenen Überzeugungen, der Art zu lieben oder der persönlichen Lebensweise. So entfaltet das Stück eine universelle Perspektive.
Das Ross fragt nach den Möglichkeiten von Emanzipation und Erwachen. Es macht sichtbar, wie die Ablehnung anderer Sichtweisen, die Zurückweisung von Vielfalt und die Verweigerung, die eigene Andersartigkeit anzuerkennen, den Boden für Ausgrenzung und Gewalt bereiten können. In der Verkörperung einer weiblichen Figur zeichnet das Solo den Weg zur Selbsterkenntnis und Selbstermächtigung nach – einen inneren Prozess, der dazu befähigt, den eigenen Platz in der Gesellschaft einzunehmen und Haltung zu zeigen.

A Feast for One
Konzept & Choreografie: Aline Braun, Tanz & Co-Creation: Aline Lebrun
Musik: Barb Dinnebier, Unterstützung: La Maison de la culture de Tournai
Das Ross
Tanz & Choreografie: Mariane Verbecq
Im Anschluss an die Vorstellungen bieten wir ein Publikumsgespräch an.
A Feast for One / Das Ross
Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr, Ende ca. 21:20 Uhr, mit Pause. Bitte buch dein Ticket über das Vorverkaufs-System.
Für Reservierungswünsche an der Abendkasse schreib uns bitte eine Mail an follow@rabbithole-theater.de
Gäste, die ihr Ticket im Vorverkauf erworben haben, erhalten bevorzugte Platzwahl.
Rudy Radu
Psychedelic – Drone – Shoegaze – Dream Pop – Songs
Samstag, 19. September, 20 Uhr
Ein Anfang der Liebe. Eine Liebe im Gange. Eine Liebe umsonst. Eine Liebe in der dunkelsten Katastrophe.

Mit Rudy Radu präsentiert sich eine klanggewaltige Tonlawine aus dem Essener Underground. Zwischen Shoegaze, Dream Pop und psychedelischen Drone-Elementen entstehen intensive Klanglandschaften, getragen von Atmosphäre, Dynamik und einem ausgeprägten Gespür für Melodie und Songstruktur.
Die Konstante: langes Sustain, satter Gitarrensound, harscher Overdrive – getrieben bis zum totalen Crash. Delay-Sounds, wiederkehrende Hallsequenzen, prall gefüllt mit Bässen, Wohlwollen und Energie. Dazu eine Gesangsstimme, die auffängt und trägt.
Die Evaporation von Milch auf glühendem Stahl. Die Pyrolyse von heißem Kunststoff.
Rudy Radu steht für Konzerterlebnisse, bei denen Sound, Licht und Raum miteinander verschmelzen. Bereits die Record Release Show im Rabbit Hole Theater im vergangenen Jahr wurde zu einem besonderen audiovisuellen Erlebnis: Licht, Nebel und Sound verdichteten sich zu einem intensiven Moment, in dem die Musik nicht nur gehört, sondern spürbar wurde.
Poetische Texte treffen auf raue Energie, Melodie auf Geräusch, Zerbrechlichkeit auf Wucht. Was an diesem Abend passieren wird? Vielleicht ein kontrollierter Absturz, vielleicht ein Moment völliger Auflösung. Sicher ist nur: Es wird kein gewöhnliches Konzert.

Webseite Rudy Radu
Instagram Rudy Radu
YouTube Rudy Radu
Rudy Radu
Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr, Ende ca. 21:30 Uhr. Bitte buch dein Ticket über das Vorverkaufs-System.
Für Reservierungswünsche an der Abendkasse schreib uns bitte eine Mail an follow@rabbithole-theater.de
VVK: 12,- € zzgl. VVK-Gebühr, Abendkasse: 16,- €
AlleSerlaubt – Konzertreihe
freie Improvisationsmusik junger Mütter
Nr. 1: Katharina Koenig & Raissa Mehner
Sonntag, 20. September, 16 Uhr

Die Konzertreihe „AlleSerlaubt“ wird von professionellen Improvisations-Musikerinnen aus NRW gespielt, die junge Mütter sind. Das Rabbit Hole Theater bietet hierzu ideale Rahmenbedingungen in familienfreundlicher und herzlicher Atmosphäre. Die Duo-Konzerte bestehen jeweils aus zwei 30 minütigen Sets und einer 20 minütigen Pause.
Beim ersten Konzert werden Katharina Koenig – Akkordeon – und Raissa Mehner – Gitarre – zu hören sein. Mit ihren differenzierten und kontrastreichen Klängen machen sie u. a. auf das Ungleichgewicht aufmerksam, dass junge Musikerinnen und Mütter mit Care-Verpflichtungen im freien Musikbusiness unterrepräsentiert sind. Die Musikerinnen sind in ihrem künstlerischen Vortrag frei, werden jedoch von der Kuration zu eher ruhigeren deep listening-Klängen ermutigt, um eine in der Lautstärke angemessene Wohlfühlatmosphäre auch für mitgebrachte Babys und Kleinkinder zu schaffen.
Alle Menschen sind zu den Konzerten herzlich eingeladen, daher wird kein festes Eintrittsgeld erhoben – die Tickets können auf „pay-what-you-want“-Basis zu einem frei gewählten Betrag erworben werden und kommen den Musiker*innen zu Gute.
AlleSerlaubt – Konzertreihe, Nr. 1: Koenig & Mehner
Einlass 15:30 Uhr, Beginn 16 Uhr, Ende ca. 17:15 Uhr, mit Pause. Bitte buch dein Ticket über das Vorverkaufs-System.
Für Reservierungswünsche an der Abendkasse schreib uns bitte eine Mail an follow@rabbithole-theater.de
Gäste, die ihr Ticket im Vorverkauf erworben haben, erhalten bevorzugte Platzwahl.
Die Konzertreihe „AlleSerlaubt“ ist gefördert vom Kulturamt der Stadt Essen.
Herzlichen Dank.

Daniel Defoe: Die Pest in London
25. September, 20 Uhr
26. September, 20 Uhr
Planet der Viren – Kommt die nächste Pandemie unausweichlich? Ein multimediales Theatererlebnis zwischen Vergangenheit und Zukunft
Was, wenn Geschichte sich nicht nur reimt, sondern wiederholt?
London, 1722: In einem packenden Bericht schildert Daniel Defoe, wie eine ganze Stadt in die Isolation gerät. Die Behörden leugnen die Gefahr, dann verriegeln sie die Tore. Versorgung bricht zusammen. Panik und Egoismus treffen auf Menschlichkeit und Überlebenswillen. Pesthäuser, Plünderungen, stille Straßen – und Entscheidungen, die Leben kosten. Klingt erschreckend aktuell?
In einer einstündigen Mixed-Media-Inszenierung entfaltet der bildende Künstler und Regisseur Kristóf Szabó ein intensives Szenario über Pandemien – inspiriert von Defoes Chronik, verdichtet mit heutigen Bildern, Klängen und Gedanken. Ein Erlebnis an der Schnittstelle von Visual Arts und Theater, das tief in die menschliche Seele blickt.
Spannend. Beunruhigend. Berührend. Ein Abend, der mehr fragt als beantwortet – und genau deshalb unter die Haut geht.

Mit: Maximilian von Mühlen als PEST, Boshi Nawa als FAKTOTUM, Lili Oksanen als TOTE SEELE | Video-Art: Ivó Kovács | Foto-Art: Claudia Diaz & Kristóf Szabó | Kostüm der Pest: Maximilian von Mühlen | Kostüm des Faktotums & der Toten Seele: Kristóf Szabó | Text: Daniel Defoe: Die Pest zu London (Auszüge aus dem Roman) u.a.| PR: Ines Langel | Bühnenbild, Sound-Design, Dramaturgie & Regie: Kristóf Szabó




Die Pest in London
Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr, Ende ca. 21 Uhr. Bitte buch dein Ticket über das Vorverkaufs-System.
Für Reservierungswünsche an der Abendkasse schreib uns bitte eine Mail an follow@rabbithole-theater.de
Gäste, die ihr Ticket im Vorverkauf erworben haben, erhalten bevorzugte Platzwahl.
Finanziell gefördert durch das Land NRW
CLOSE
Die Oliver Henke Magic Show
Sonntag, 27. September, 15:30 Uhr
Freitag, 13. November, 20 Uhr
Nach „Mysteria“ kommt Magier Oliver Henke mit seiner neuen Show ins Rabbit Hole: In „Close – näher kannst du Magie nicht kommen!“ gibt es keine klassische Bühne, jeder Gast wird selbst Teil der magischen Kunststücke. Illusionen, Zaubertricks und Wunder ereignen sich nicht nur direkt vor den Augen der Zuschauer, sondern mit ihnen. Dabei ist Oliver Henke Meister der magischen Täuschung: Immer wenn man glaiubt, den Trick durchschaut zu haben, zaubert er eine neue, unfassbare Wendung aus dem sprichwörtlichen Hut.
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Oliver Henke ist ein erfahrener Zauberkünstler, der mit moderner, interaktiver Magie fasziniert. Seine Spezialität liegt in der Verbindung von klassischer Zauberkunst mit innovativen Elementen wie Mentalmagie und digitaler Illusion. Dabei steht das Publikum stets im Mittelpunkt – sei es bei exklusiven Events (z.B. Käfer, Siemens, Schalke 04), Hochzeiten oder seinen einzigartigen Theatershows.
Mit einem Gespür für außergewöhnliche Momente und präzise Inszenierung schafft Oliver Henke unvergessliche Erlebnisse, die weit über gewöhnliche Zauberei hinausgehen. Seine Auftritte zeichnen sich durch Charisma, Stil und einen Hauch von Unvorhersehbarkeit aus – ein Garant für staunende Gäste und magische Erinnerungen.


Oliver Henke CLOSE
27.09.: Einlass 15 Uhr, Beginn 15:30 Uhr, Ende ca. 17:15 Uhr, mit Pause
13.11.: Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr, Ende ca. 21:45 Uhr, mit Pause.
Tickets:
es war keine gangstergeschichte und
keine liebesgeschichte
sondern mein leben
Gedichte und Cello
Ein Abend von und mit Sara Camatta & Emily Wittbrodt
Donnerstag, 01. Oktober, 20 Uhr
Zwischen den Gedichten von Sara Camatta und der Musik Emily Wittbrodts entspinnt sich ein traumhafter Dialog. Nicht zuletzt, weil Emily in dem Jahr geboren wurde, als Sara ihr erstes Gedicht schrieb, und Sara zusätzlich zum Klavierspielen gerne Cello gelernt hätte, verspricht das Projekt einen Abend, in dem es um Verbindung geht. Heiter, scharf- und tiefsinnig gestalten sie einen bildreichen, klanglich dichten Abend über das Spannungsfeld aus Verletzlichkeit und Kraft, die entsteht, wenn wir uns dem Leben mit den Mitteln von Poesie und Musik voll zuwenden.

Sara Camatta, wohnhaft in Essen, studierte Germanistik, Philosophie und Allgemeine Sprachwissenschaft in Münster und Köln und war Gaststudentin bei Jörg Immendorff an der Kunstakademie Düsseldorf. Sie schreibt Lyrik und Prosa, zeichnet und tanzt. Zuletzt erschienen von ihr 2024/25 der Gedichtband „wenn du selten und unsichtbar“, Sommavilla Verlag, und Gedichte im Jahrbuch der Lyrik, Verlag Schöffling & Co.
Emily Wittbrodt, improvisierende Cellistin und Komponistin, lebt zurzeit in Köln. Der Schwerpunkt ihrer musikalischen Praxis liegt auf experimenteller Musik und interdisziplinären Kollaborationen. Emily ist regelmäßiger Gast auf internationalen Festivals, außerdem schuf sie Musik für Tanztheaterstücke im In- und Ausland. Ihre Veröffentlichungen sind auf den Labels Anna Ott, Umland records, boomslang records, Impakt records und Futura Resistenza zu hören.
es war keine gangstergeschichte…
Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr, Ende ca. 21 Uhr. Bitte buch dein Ticket über das Vorverkaufs-System.
Für Reservierungswünsche an der Abendkasse schreib uns bitte eine Mail an follow@rabbithole-theater.de
Gäste, die ihr Ticket im Vorverkauf erworben haben, erhalten bevorzugte Platzwahl.
UMS’nJIP Weekend
SANCHO (Cervantes)
KAFKA Liederabend
Freitag, 02. Oktober, 20 Uhr
Samstag, 03. Oktober, 20 Uhr
Sonntag, 04. Oktober, 17 Uhr
Nach den Konzerten von „Woyzeck“ und „A Christmas Carol“ kommt das Schweizer Duo UMS’nJIP zurück ins Rabbit Hole Theater!
Diesmal zeigen Ulrike Mayer-Spohn und Javier Hagen ihre Electropop-Opera „Sancho“ (Cervantes) und den Liederabend „Kafka. Literatur trifft Komposition“. UMS’nJIPS Arbeiten sind am ehesten dem instrumentalen Theater und dem konzeptuellen Musiktheater zuzuordnen und spielen virtuos und nicht ohne Ironie mit Ästhetiken zwischen Experimentalmusik und Gesang, Video-Art und Electropop – ein unkonventionelles Taschenformat, das künstlerisches High-Tech-Labor und maximale Agilität vereinigt. Erlebt eine experimentelle, teils herausfordernde, dann wieder poppige bis meditative musikalisch-literarische Reise in unverkennbarer UMS’nJIP-Charakteristik.
SANCHO (Cervantes)
Electropop Opera
02.10., 20 Uhr / 04.10., 17 Uhr


DON QUIXOTE ALS KOPFKINO. Kafkas Kurzprosa ‚Die Wahrheit über Sancho Pansa‘ ist einer der Schlüssel dieses Musiktheaterabends: eine ironische Umdeutung der beiden Hauptpersonen aus dem bekannten Roman Don Quixote von Miguel de Cervantes aus dem Jahr 1605/1615: Geht es nach Kafka, so gelingt es Sancho Pansa, mit Hilfe von Ritterromanen seinen eigenen Teufel – er gibt ihm den Namen Don Quixote – von sich abzulenken und ihn die verrücktesten Taten aufführen zu lassen, die aber niemandem schaden. Sancho Pansa folgt ihm dabei gleichmütig auf seinen Zügen und hat dabei bis zum Ende große Unterhaltung. Sancho Pansa wird somit zum Spiritus rector der Geschichte, der in UMS’nJIPs Musiktheater, allseits begleitet von einer wortkargen Teresa Pansa, nun im Wohnzimmer (inter-)agiert.
BESCHEIDENHEIT ALS TUGEND. Die Faszination für Sancho liegt auch in seiner Menschlichkeit – und in seinen sich entwickelnden Antworten auf die Fragen zwischen Sein und Haben. Indem er zwar der Versuchung, Statthalter zu werden, nachgibt und dafür auch seine Familie verlässt, später aber zugunsten eines bescheidenen Lebens wieder abdankt und zurückkehrt, mit etwas Geld, das durch seinen „Fleiß und ohne jemandes Schaden (!) erworben“ legt er auch ein Statement ab, das Begriffen wie unbedingter Wirtschafts- und Wohlstandssteigerung schlicht Genügsamkeit entgegensetzt: notabene zugunsten einer seelischen Ausgeglichenheit, persönlichen Freiheit und Unabhängigkeit.
SANCHO
electropop opera by UMS’nJIP, 2019
based on the novel El Ingenioso Hidalgo Don Quijote de la Mancha (1605)
by Miguel de Cervantes and texts by Franz Kafka
Spanish with English, French and German subtitles
MITWIRKENDE
Text: Miguel de Cervantes
Libretto: JIP, nach einer Idee von Javier Walpen
Musik: UMS’nJIP, Shintaro Imai
Regie: Wolfgang Beuschel
Sancho, Herzog, Gandalin, Arbeiter, Schneider, Merlin, Sprecher: JIP
Teresa Panza: UMS
KAFKA
Liederabend
03.10., 20 Uhr


JIP ad kafka:
Meine erste Begegnung mit Kafka war – als Schullektüre – Die Verwandlung – die Reaktion: Verwirrung und Faszination zugleich. Später kamen die gesammelten Erzählungen dazu, und seitdem haben mich Kafkas Texte nicht mehr losgelassen. Wichtige Werke verschiedener Komponisten, deren Uraufführungen mir anvertraut wurden, setzten sich mit Kafka auseinander: Beat Gysins Marienglas etwa mit Das Schloss, oder Thorsten Töpps à rien mit Kafkas letztem Tagebucheintrag. Kafka ist im Übrigen auch der Autor, den ich als erstes vertont habe, und somit derjenige, der mich kompositorisch am längsten begleitet. Kafkas Präzision, Beobachtungsgabe, Differenzierung und Multiperspektivität setzen für mich Massstäbe, und von seiner merk- wie denkwürdigen Poesie lasse ich mich auch heute noch verzaubern.
So sind in diesem Zyklus sechs meiner Lieblingserzählungen zu einem durchkomponierten Werk zusammengefasst.
1. Zerstreutes Hinausschaun
2. Nachts
3. Ich bin zurückgekehrt
4. Wunsch, Indianer zu werden
5. Das nächste Dorf
6. aus: Der Hungerkünstler
Die Erzählungen sind bis auf die 3. Ich bin zurückgekehrt und 6. Der Hüngerkünstler, äusserst kurz, meist nur wenige Zeilen lang. Der Hungerkünstler ist textlich gestrafft. Bemerkenswert ist dessen Schluss; im Käfig, in welchem der Hungerkünstler vergessen verendet, wird später ein Panther eingesperrt. Dies als Verweis auf Rilkes Panther zu lesen ist naheliegend. Kafka kannte Rilkes Schaffen, zudem sind beide im deutschsprachigen Milieu Prags gross geworden. Und so rundet Rilkes Panther – leise geflüstert – als Epilog diesen Reigen an Kafka-Erzählungen ab.
Kafka ist über mehrere Jahre als Baukasten für Stimme, Blockflöte, Zuspielband (und wahlweise auch kleines Instrumentalensemble – Fl, Cl, Vle, Vc) bis auf abendfüllende Größe entstanden. Das Zuspielband ist konstant präsent und etabliert zugleich den Raum, in welchem Klangereignisse – live und ab Band – geschehen. Diese verhalten sich wie Objekte, deren Präsenz im Raum sich erst über die Zeit erschließen zu lassen scheinen. Diese Objekte sind leise, einzelne Klangcluster (für die Vertikale) oder Melodielinien (für die Horizontale), sich entwickelnd oder ins Leere verebbend – einer Versuchskonstellation gleichend, metaphorisch für die in den vertonten Texten ausgesprochenen, in der Regel vergeblichen Wünsche.
Tickets UMS’nJIP Weekend
02. & 03.10: Einlass 19:30 Uhr, Beginn 20 Uhr, Ende ca. 21:15 Uhr / 04.10.: Einlass 16:30 Uhr, Beginn 17 Uhr, Ende ca. 18:15 Uhr
Bitte buch dein Ticket über das Vorverkaufs-System.
Für Reservierungswünsche an der Abendkasse schreib uns bitte eine Mail an follow@rabbithole-theater.de
Gäste, die ihr Ticket im Vorverkauf erworben haben, erhalten bevorzugte Platzwahl.
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